Stand: 8. Oktober 2026. Wir aktualisieren diese Anleitung, sobald OpenAI am Ads Manager etwas ändert.
Seit dem 31. August 2026 kannst du ChatGPT Ads in Deutschland selbst buchen. Du brauchst keine Warteliste, keinen Agenturpartner und kein sechsstelliges Mindestbudget mehr. Ein Konto im OpenAI Ads Manager unter ads.openai.com reicht, die Kampagne startet ab 15 Euro Tagesbudget.
Einfach ist der Weg trotzdem nicht. Zwischen Registrierung und erster Ausspielung liegen eine Identitätsprüfung, das Tracking und eine Anzeigenprüfung, an der viele Anzeigen beim ersten Versuch scheitern. Diese Anleitung führt dich in sechs Schritten durch den Ads Manager, mit den Grenzwerten aus der Dokumentation von OpenAI und den Fehlern, an denen Kampagnen am häufigsten scheitern.
Wenn du erst wissen willst, wer die Anzeigen sieht, was sie kosten und welche Branchen ausgeschlossen sind, lies vorher unseren Guide zu ChatGPT Ads in Deutschland.
In sechs Schritten zur ersten ChatGPT-Anzeige
Was du vor dem Start bereithalten solltest
Die Einrichtung dauert etwa eine Stunde, wenn alles bereitliegt. Fehlt etwas, hängst du schnell ein paar Tage in der Prüfung fest. Diese Punkte solltest du vorher klären:
- Firmensitz in einem freigeschalteten Markt. Für Europa sind das 31 Länder: die 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
- Ein Ausweisdokument. Die Identitätsprüfung läuft über den Dienstleister Persona.
- Firmendaten: offizieller Firmenname, Anschrift, Website und Branche.
- Ein Zahlungsmittel und eine Rechnungsadresse.
- Eine passende Landingpage statt der Startseite. Dazu gleich mehr.
- Zugriff auf deine Website, um Pixel und robots.txt anzupassen, oder jemanden, der das für dich übernimmt.
- Eine erlaubte Branche. Außerhalb der USA sind Anzeigen für Gesundheits- und Finanzdienstleistungen nicht zugelassen. Politik, Glücksspiel, Alkohol, Tabak, Dating und weitere Kategorien sind ebenfalls gesperrt. Die vollständige Liste findest du im Deutschland-Guide.
Schritt 1: Konto im Ads Manager anlegen und verifizieren
Du registrierst dich unter ads.openai.com mit deiner geschäftlichen E-Mail-Adresse. Danach fragt der Ads Manager deine Firmendaten ab: Firmenname, Anschrift, Website und Branche.
Achtung bei drei Feldern: Land, Rechnungswährung und Zeitzone kannst du später nicht mehr ändern. Wählst du hier Dollar statt Euro, rechnest du dauerhaft in Dollar ab und es gilt das US-Mindestbudget von 25 Dollar am Tag statt 15 Euro.
Danach folgt die Identitätsprüfung über Persona. Du beantwortest einige Fragen zum Unternehmen und lädst ein Ausweisdokument hoch. Anschließend legst du den Kontonamen und das Logo fest. Beides erscheint später als Absender in deiner Anzeige, wähle also den Namen, unter dem dich deine Kunden kennen.
Ein Detail, das kaum jemand erwähnt: Neue Konten dürfen laut OpenAI teilweise zunächst nur im eigenen Land werben. Die Beschränkung fällt weg, sobald die Verifizierung abgeschlossen ist und das Konto eine bestimmte Ausgabenschwelle erreicht hat. Für eine Kampagne nur in Deutschland spielt das keine Rolle. Willst du von Anfang an Österreich und die Schweiz mitnehmen, plane etwas Vorlauf ein.
Schritt 2: Abrechnung einrichten
Unter den Kontoeinstellungen hinterlegst du Rechnungsname, Rechnungsadresse, eine E-Mail-Adresse für Rechnungen und das Zahlungsmittel. Ohne hinterlegte Abrechnung lässt sich keine Kampagne aktivieren.
Prüf an dieser Stelle noch einmal die Währung. Steht das Konto auf Euro, gilt für dich das europäische Mindestbudget von 15 Euro am Tag je Kampagne.
Schritt 3: Messung einrichten, bevor der erste Euro fließt
Diesen Schritt überspringen die meisten, und genau deshalb halten so viele den Kanal nach zwei Wochen für wirkungslos. Ohne Messung siehst du im Ads Manager nur Impressionen und Klicks. Ob daraus Anfragen oder Käufe werden, bleibt unsichtbar. Die Optimierung auf Conversions funktioniert ohne Messung gar nicht.
OpenAI bietet zwei Wege an, die du am besten kombinierst:
- Der OAIQ-Pixel ist ein JavaScript-Schnipsel im Kopfbereich jeder Seite. Die Pixel-ID erzeugst du im Ads Manager unter Conversions als neue Datenquelle.
- Die Conversions API schickt Ereignisse direkt von deinem Server an OpenAI. Laut Dokumentation von OpenAI ist sie die zuverlässigere Quelle als der Pixel allein. Für eigene Ereignisse und App-Installationen ist sie Pflicht.
Nutzt du beide, vergib für dasselbe Ereignis in Browser und Server dieselbe event_id. So zählt OpenAI eine Anfrage nicht doppelt.
Für Deutschland entscheidend ist die Einwilligung. Der Pixel sendet laut Pixel-Dokumentation standardmäßig, du musst ihn also an dein Cookie-Banner koppeln. Dafür gibt es einen eigenen Befehl:
oaiq("init", { pixelId: "DEINE-PIXEL-ID" });
oaiq("consent", false); // vor der Einwilligung: keine Messung, Cookies werden entfernt
oaiq("consent", true); // nach der Einwilligung
Der Pixel setzt zwei Cookies auf deiner Domain: __oppref mit 30 Tagen Laufzeit und __obref mit 365 Tagen. Beide gehören in deine Cookie-Liste und in die Datenschutzerklärung. Was rechtlich sonst noch zu beachten ist, steht in ChatGPT Ads und DSGVO.
Ein letzter Punkt, der gern vergessen wird: Ein Conversion-Ereignis, das du angelegt hast, zählt erst, wenn du es in der Kampagne auswählst. Das passiert in Schritt 4.
Schritt 4: Kampagne anlegen, Gebotsmodell und Budget wählen
Der Ads Manager ist dreistufig aufgebaut, ähnlich wie Google Ads: Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige. Auf Kampagnenebene legst du Ziel, Gebotsmodell, Budget und Laufzeit fest.
Du hast die Wahl zwischen drei Gebotsmodellen:
Du zahlst je 1.000 Einblendungen. Passt für Reichweite und Bekanntheit.
Du zahlst je Klick auf deine Seite. Unsere Empfehlung für den Start.
Optimiert auf ein Ziel-Ereignis. Abgerechnet wird weiter pro Klick.
Für den Einstieg empfehlen wir CPC. Du zahlst nur für echte Besuche auf deiner Seite und lernst schnell, welche Botschaft funktioniert. Auf Conversions umzustellen lohnt sich erst, wenn dein Tracking sauber Ereignisse liefert. Für die Optimierung auf Conversions brauchst du laut OpenAI genau ein aktives Standard-Ereignis als Ziel, etwa eine Anfrage oder einen Kauf. Eigene Ereignisse lassen sich dafür nicht verwenden. Auch beim oCPC-Modell zahlst du übrigens weiter pro Klick, nicht pro Conversion. Dein Gebot steuert nur, wem die Anzeige gezeigt wird.
Beim Budget gilt in Euro ein Minimum von 15 Euro am Tag je Kampagne. Wichtig zu wissen: Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt über die Woche, keine harte Obergrenze. OpenAI darf an einzelnen Tagen bis zum Doppelten ausgeben, über sieben Tage aber nicht mehr als das Siebenfache.
So rechnet das Mindestbudget (Konto in Euro)
Was ein Klick in Deutschland kostet, lässt sich noch nicht seriös beziffern. Aus dem US-Markt sind Durchschnittswerte zwischen 1,72 und 7,16 Dollar dokumentiert. Die Einordnung dieser Zahlen findest du in Was ChatGPT Ads wirklich bringen.
Schritt 5: Anzeigengruppe mit Land, Plattform und Context Hints
In der Anzeigengruppe legst du fest, wo und in welchem Gesprächszusammenhang deine Anzeige erscheinen soll. Drei Einstellungen stehen zur Wahl:
- Land: für den DACH-Raum Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bundesländer, Städte oder ein Umkreis lassen sich in Europa bisher nicht sinnvoll eingrenzen.
- Plattform: iOS-App, Android-App oder Web. Web umfasst Desktop und mobiles Web.
- Context Hints: Beschreibungen der Gesprächssituationen, in denen deine Anzeige passt. Bis zu 2.000 Hinweise sind je Anzeigengruppe möglich.
Context Hints sind keine Keywords. OpenAI schreibt das ausdrücklich in die Targeting-Dokumentation. Wer hier eine Keyword-Liste aus Google Ads hineinkopiert, verschenkt das Werkzeug. Beschreibe stattdessen die Situation und das Ziel des Menschen, der gerade mit ChatGPT spricht.
Ein Beispiel für einen Onlineshop mit Siebträgermaschinen:
- Schwach: „Siebträgermaschine kaufen“, „Espressomaschine günstig“
- Besser: „Jemand vergleicht Siebträgermaschinen für zu Hause und will nicht mehr als 1.000 Euro ausgeben.“
- Besser: „Jemand trinkt viel Milchkaffee und fragt, ob sich ein Dualboiler lohnt.“
Was im EWR nicht geht: Custom Audiences. Kundenlisten hochladen, Bestandskunden ausschließen oder Lookalikes bilden ist für Kampagnen in Europa und der Schweiz nicht möglich, weil personalisierte Anzeigen hier noch nicht freigegeben sind. Das Targeting besteht also aus Land, Plattform und Gesprächskontext.
Händler können zusätzlich einen Produktfeed anbinden. Welche Rolle der Feed für die Sichtbarkeit in ChatGPT spielt, auch ohne Anzeigen, steht in unserem Ratgeber zu ChatGPT Shopping.
Schritt 6: Die Anzeige bauen, das Format Chat Card
Es gibt ein einziges Anzeigenformat, die Chat Card. Sie erscheint unter der Antwort von ChatGPT, ist als gesponsert gekennzeichnet und besteht aus Absendername, Titel, Text, Bild und Ziel-URL.
Nutzen zuerst, nicht der Firmenname
Preis, Lieferzeit, Testergebnis
JPEG, PNG oder WebP, quadratisch
passende Landingpage mit UTM
Die Grenzwerte stammen aus der Kampagnen-Dokumentation von OpenAI. In manchen deutschen Anleitungen steht als Mindestgröße für das Bild 256 × 256 Pixel. Plane lieber mit 640 × 640 Pixeln, dann bist du auf der sicheren Seite.
Drei Regeln für den Text:
- Der Titel beantwortet die Frage, nicht dein Firmenname. Den Absender zeigt ChatGPT ohnehin an. Nutze die 50 Zeichen für den Nutzen.
- Der Text nennt etwas Konkretes: einen Preis, eine Lieferzeit, ein Testergebnis. Allgemeine Versprechen wie „beste Qualität“ verpuffen neben einer ausführlichen KI-Antwort.
- Die Ziel-URL passt genau zur Anzeige. Wer nach Siebträgern bis 1.000 Euro fragt, landet auf genau dieser Auswahl, nicht auf deiner Startseite.
Hänge an die Ziel-URL UTM-Parameter an, damit du die Besuche auch in Google Analytics sauber zuordnen kannst, zum Beispiel ?utm_source=chatgpt&utm_medium=cpc&utm_campaign=siebtraeger.
Prüfung und Start: woran Anzeigen scheitern
Bevor deine Anzeige ausgespielt wird, prüft OpenAI sie. Teil der Prüfung ist ein Besuch des Crawlers OAI-AdsBot auf deiner Landingpage. Blockiert deine robots.txt diesen Bot, wird die Anzeige abgelehnt. Diese zwei Zeilen geben ihn frei:
User-agent: OAI-AdsBot
Allow: /
Bei der Gelegenheit solltest du auch OAI-SearchBot zulassen. Er entscheidet, ob deine Seiten in den Quellen der ChatGPT-Antworten auftauchen können. Bezahlte und organische Sichtbarkeit hängen hier an denselben Crawlern.
Eine feste Frist für die Prüfung nennt OpenAI nicht. Erste Erfahrungsberichte aus Deutschland reichen von wenigen Stunden bis zu etwa einem Tag. Die häufigsten Gründe für eine Ablehnung:
Häufige Ablehnungsgründe
- OAI-AdsBot in der robots.txt blockiert
- Landingpage passt nicht zur Anzeige
- Branche gesperrt, etwa Gesundheit oder Finanzen
- Bild zu klein oder im falschen Format
- übertriebene oder unbelegte Versprechen
So kommst du durch
- OAI-AdsBot und OAI-SearchBot freigeben
- eine eigene Landingpage je Anzeigengruppe
- Werberichtlinien vor dem Start prüfen
- quadratisches Bild ab 640 × 640 Pixeln
- konkrete, belegbare Aussagen im Text
Die ersten 14 Tage: was du beobachtest und was du lässt
ChatGPT Ads ist ein junger Kanal. Die Auslieferung schwankt in den ersten Tagen stark, und Vergleichswerte aus Deutschland gibt es kaum. Gib der Kampagne deshalb mindestens zwei Wochen, bevor du Gebote, Budget oder Anzeigen grundlegend änderst. OpenAI rät selbst dazu, erst genug Daten zu sammeln.
Darauf achtest du in dieser Zeit:
- Impressionen: Bleiben sie nach drei Tagen fast bei null, sind deine Context Hints zu eng oder das Gebot zu niedrig.
- Klickrate: Aus dem US-Markt werden Werte von etwa 0,3 bis 1,5 Prozent berichtet. Das ist deutlich weniger als bei Google, also kein Grund zur Panik.
- Kosten pro Klick im Vergleich zu deinem Google-Ads-Konto.
- Conversions: Kommen Klicks, aber keine Anfragen, liegt es fast immer an der Landingpage, nicht am Kanal.
Als Lernbudget empfehlen wir vier Wochen mit 20 bis 30 Euro am Tag, also 600 bis 900 Euro. Das ist unsere Einschätzung, kein Wert von OpenAI. Mit dem Minimum von 15 Euro bekommst du in vielen Branchen zu wenige Klicks, um nach vier Wochen eine belastbare Aussage zu treffen.
Selbst schalten oder mit Agentur?
Der Ads Manager ist so gebaut, dass du ihn ohne Agentur bedienen kannst. Wenn du Google Ads schon selbst betreust, Zugriff auf deine Website hast und dein Cookie-Banner im Griff ist, kommst du mit dieser Anleitung durch.
Eine Agentur lohnt sich, wenn einer dieser Punkte fehlt: wenn Pixel und Conversions API sauber über das Cookie-Banner laufen sollen, wenn die Landingpage erst gebaut werden muss oder wenn du keine Zeit hast, Context Hints und Anzeigen über Wochen zu testen. Genau das übernehmen wir als ChatGPT Ads Agentur, von der Einrichtung bis zur laufenden Optimierung.
Und wenn deine Branche gesperrt ist oder dein Einzugsgebiet nur ein paar Postleitzahlen umfasst: Dann ist der organische Weg in die Antworten von ChatGPT oft der bessere Hebel. Wann welcher Weg passt, vergleichen wir in ChatGPT Ads oder GEO.
Häufige Fragen zu ChatGPT Ads schalten
Kann ich ChatGPT Ads in Deutschland selbst schalten?
Ja. Seit dem 31. August 2026 können Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Kampagnen im OpenAI Ads Manager unter ads.openai.com selbst anlegen. Eine Warteliste oder ein Agenturpartner ist nicht mehr nötig.
Was kostet eine ChatGPT-Ads-Kampagne mindestens?
Das Mindestbudget liegt bei 15 Euro am Tag je Kampagne, wenn dein Konto in Euro abrechnet. Das Tagesbudget ist ein Wochendurchschnitt: An einzelnen Tagen können bis zu 30 Euro anfallen, in sieben Tagen höchstens 105 Euro.
Welches Gebotsmodell ist für den Start am besten?
Für die meisten Unternehmen CPC, also Bezahlung pro Klick. Auf Conversions (oCPC) umzustellen lohnt sich erst, wenn Pixel oder Conversions API zuverlässig Ereignisse liefern. Auch dann zahlst du weiter pro Klick.
Wie lange dauert die Freigabe einer Anzeige?
OpenAI nennt keine feste Frist. Erste Erfahrungen reichen von wenigen Stunden bis zu etwa einem Tag. Häufigster Grund für eine Ablehnung ist ein in der robots.txt blockierter OAI-AdsBot.
Brauche ich den OAIQ-Pixel?
Für reine Klickkampagnen ist er nicht Pflicht, ohne ihn siehst du aber nicht, ob aus Klicks Anfragen werden. Für die Optimierung auf Conversions brauchst du Pixel oder Conversions API. In Deutschland muss der Pixel an die Einwilligung im Cookie-Banner gekoppelt sein.
Kann ich in Deutschland Kundenlisten hochladen?
Nein. Custom Audiences sind für Kampagnen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz nicht verfügbar. Das Targeting besteht aus Land, Plattform und Context Hints.
Kann ich in ChatGPT Ads Keywords buchen?
Nein. Du beschreibst über Context Hints die Gesprächssituationen, in denen deine Anzeige passt. OpenAI betont ausdrücklich, dass diese Hinweise nicht wie Keywords mit exakter Übereinstimmung funktionieren.
Quellen
- OpenAI: ChatGPT Ads expands across Europe
- OpenAI Help Center: Create Campaigns for ChatGPT Ads und Conversion Measurement
- OpenAI Ads Docs: Campaign Management, Campaign Targeting, Conversion-Optimized Campaigns, Measurement Pixel
- PPC Land: OpenAI’s ads manager is live